Katholiken in Essen-Karnap feierten letzten Gottesdienst in St. Marien

Es gebe an der Trauer des Momentes nichts zu beschönigen, aber dennoch die Chance, künftig eine neue Art des Kirche-Seins zu entdecken, sagte Bischof Overbeck in seiner Predigt.

Die Kirche St. Marien in Essen-Karnap ist nun geschlossen: Gemeinsam mit den Christinnen und Christen aus der Pfarrei St. Hippolytus in Gelsenkirchen-Horst, zu der St. Marien gehört, haben Bischof Franz-Josef Overbeck und Pfarrer Wolfgang Pingel am Sonntag, 10. Februar, einen letzten Gottesdienst in der 1963 erbauten Kirche gefeiert. Am Ende der Feier wurde das Kerzenlicht gelöscht, das geweihte Brot im Allerheiligsten hinaus getragen und zur St. Hippolytus-Kirche überführt. Nur eine Woche zuvor war mit St. Laurentius eine weitere Kirche der Pfarrei geschlossen worden; nun mussten die Gläubigen sich auch von St. Marien verabschieden.

Bischof Overbeck hatte bereits am vorhergehenden Sonntag mit der Pfarrei den Abschied von St. Laurentius begangen. In seiner Predigt in St. Marien knüpfte er daran an und erinnerte daran, dass die Kirche ständig in Bewegung sei in Pfarreien, Gemeinden und an allen Orten, an denen Christen ihren Glauben lebten. In diesem letzten Gottesdienst in St. Marien gebe es nichts an der Trauer des Moments zu beschönigen, sagte Overbeck den ernst und gefasst wirkenden Gemeindemitgliedern. Beim Auszug das Licht zu löschen, sei eine „Nachterfahrung“, so Overbeck, und menschliche Erfahrung sei immer wieder so, dass Anstrengungen und kräftezehrendes Tun nicht belohnt würden. Dennoch könne sich auch aus Zweifel und Trauer etwas unerwartet Neues entwickeln: „Wir leben im Glauben nicht in den Träumen von morgen, nicht in den Schmerzen von gestern, sondern in der Wirklichkeit von heute.“

Auch wenn viele soziale Sicherungsnetze und Gewohnheiten aufgegeben werden müssten, warb der Bischof dafür, auch bei weniger Kirchengebäuden als Christen zusammenzuhalten, zusammen zu arbeiten, die Trauer zu bewältigen und eine neue Art zu entdecken, Kirche zu sein.

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