Kindergartenkinder wandern auf Pilgerweg im Bistum Essen

Rund zwei Kilometer sind die Kindergartenkinder der Gemeinde St. Maria Magdalena in Wattenscheid-Höntrop am Freitag, 18. Januar, auf dem Pilgerweg des Bistums Essen gepilgert. Trotz Minusgraden und dichtem Nebel konnten sie ihr Pilgerziel gut finden.

Der Nebel hängt tief über den Feldern in Höntrop. Raureif liegt fest auf den Grashalmen und Blättern am Wegesrand. Doch die rund 70 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren der katholischen Kindertageseinrichtung St. Maria Magdalena wissen genau, wo sie lang müssen. „Da! Da ist ein Zeichen!“ rufen sie aufgeregt und laufen zu einem Baum am Feldweg. Sie zeigen auf das Schild in Magenta des Pilgerwegs im Bistum Essen. Zwei Meter weiter entdecken sie das nächste Pilgerzeichen – hier geht es also weiter.

Ein Vorzeigekonzept zum Pilgern für andere Kitas

Auf das Pilgern haben die Kinder schon seit Montag gespannt gewartet, es ist der Abschluss ihrer Kinderbibelwoche. Bis es wirklich losging, haben sie gelernt, warum Pilger sich auf den Weg machen, wo man pilgern kann und was im Pilgerrucksack auf keinen Fall fehlen darf. Stephanie Rösen, Leiterin der Kita, organisiert die Projektwoche seit mehreren Jahren, hat sich gemeinsam mit den Erziehern für das Pilgerthema entschieden. „Es passt sehr gut zu unserem Jahresthema „Kultur“, bei dem wir uns auch genau unsere Umgebung und was man dort alles machen kann, anschauen“. Auch Karl-Heinz Leibold, der das Pilgerwegsprojekt im Bistum leitet, ist überzeugt: „Kinder können genauso wie Erwachsene pilgern, im besten Fall erzählen sie ihren Eltern davon und wandern mit der ganzen Familie.“ Gemeinsam mit dem Kita-Zweckverband des Bistums möchte er nun ein Konzept entwickeln, dass auch andere Kitas für eine Pilgerwoche nutzen können.

„Pilgern heißt, dass man sehr weit läuft“

Um den Pilgerweg zu entdecken, mussten die Zwei- bis Sechsjährigen gar nicht weit gehen, er verläuft direkt vor der Kita. Rund zwei Kilometer haben die Kinder vor sich. „Pilgern heißt, dass man sehr weit läuft“, weiß der 5-jährige Julius. „Aber ich freu mich, weil wir am Ende alle eine Stempel bekommen, wenn wir es geschafft haben.“ In Zweierreihen haben die Kinder die große Straßenkreuzung überquert, sind dann auf den Feldweg abgebogen. Vor einem kleinen Hügel rennen sie los, mit Stephanie Rösen und den Erzieherinnen den Weg entlang. Alex und Nicolai schieben den roten Bollerwagen von hinten an, darin liegt ein großer Holzkoffer in Kreuzform. „Da ist Jesus drin“, weiß der vierjährige Nicolai. Warum er mit muss? „Weil er uns den Weg zeigt“, sagt Alex.

An einem Friedhof machen die Kinder eine kurze Pause mit Keksen und Weingummi, lauschen einem kurzen Gebet, singen das Pilgerlied, das sie gelernt haben. Dann geht es weiter, so schnell wie jeder kann oder geschoben im großen 6er-Kinderwagen, bis zum Pilgerziel: Der Bartholomäuskapelle am Wattenscheider Hellweg. Dort bekommen die Kinder dann den Pilgerstempel auf ihre Urkunden - der Beweis, dass sie ein Stück desJakobswegs in der eigenen Heimat gelaufen sind.

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