Weihbischof Grave: „Wir dürfen nicht nur unsere Position sichern“

Kurz vor seinem diamantenen Priesterjubiläum äußert Grave sich zu Reformen der Kirche vor allem beim Priestertum

Alte, umstrittene Positionen der katholischen Kirche dürfen nach Ansicht des Essener Weihbischofs em. Franz Grave nicht für die Zukunft festgeschrieben werden. „Jeder sieht, dass die Kirche und ihre Lage reformbedürftig ist“, sagte Grave am Sonntag, 3. Februar, in einem Interview des Lokalkompass Mülheim. Veränderungsbedarf sieht der 86-jährige Weihbischof, der in diesen Tagen sein 60. Priesterjubiläum begeht, vor allem beim Priestertum: „Wir dürfen nicht nur unsere Position sichern.“ Die zölibatäre Lebensform der katholischen Priester, die etwas für sich habe, könne nicht der alleinige Weg in die Zukunft sein. „Wir müssen auch über andere Formen des priesterlichen Wirkens nachdenken.“ Er könne sich auch lebenserfahrene verheiratete Männer als Priester vorstellen, auch die Diskussion über Frauen im Priesteramt halte er für eine gute Position. „Wir dürfen es der Kirche nicht antun, sie von neuen Formen des Priesteramtes abzuschneiden“, so Grave.  

Die Zukunft sieht der Weihbischof in einer geschwisterlichen, solidarischen und jugendlichen Kirche, in der die katholische Soziallehre nicht nur verkündet, sondern praktiziert werde: „Als Priester und Laien müssen wir uns gemeinsam auf den Weg machen und uns bewegen.“

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