Zwischen Papst Franziskus und „Oh wie schön ist Panama!“

Für die jungen Teilnehmer des Weltjugendtags haben jetzt die zentralen Veranstaltungen begonnen. Auch Bischof Franz-Josef Overbeck ist in Panama eingetroffen.

„Der Papst ist direkt an uns vorbei gefahren. Wir waren ganz nah dran, das war super cool!“ jubelt die Essener Weltjugendtags-Teilnehmerin Susen Walter nach der Willkommensfeier für Papst Franziskus. Weit mehr als 100.000 junge Leute haben sich am Donnerstagnachmittag in Panama City auf der gesperrten Küstenpromenade Cinta Costera eingefunden, um den Heiligen Vater zwischen Strand und Wolkenkratzer-Skyline willkommen zu heißen. „Da habe ich das erste Mal realisiert, wie viele Leute hier eigentlich sind“, sagt Susen. Zwar liegen die offiziellen Teilnehmerzahlen derzeit noch deutlich unter der erhofften Viertelmillion – aber gerade zum Papst-Willkommen scheinen sich viele Panameños noch spontan auf den Weg gemacht haben. Eine U-Bahn-Linie kurz vor dem Zusammenbruch und teils stundenlande Wartezeiten für manche Teilnehmer waren die Folgen.

Papst Franziskus wirbt für eine „Kultur der Begegnung“

Die Weltjugendtags-Pilger tragen es größtenteils mit Fassung. Seit Dienstag laufen die zentralen Programmpunkte des katholischen Mega-Events. Glaubensgespräche mit Bischöfen (Katechesen), Konzerte, Gottesdienste – und seit Mittwochabend bestimmt Papst Franziskus die Szene. „Der hat hier eine wirklich gute Ansprache gehalten“, sagt Susen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollten eine „Kultur der Begegnung“ pflegen im Widerstand gegen jene, die spalten oder ausgrenzen wollten, rief Franziskus ihnen auf der Cinta Costera zu. Das Bewusstsein, geliebt zu sein, sei das, was die jungen Gläubigen aus aller Welt verbinde, betonte Franziskus. Und die Liebe Gottes, die kenne sich „mehr mit dem Aufstehen aus als mit dem Stürzen, mit Versöhnung statt Verboten, mit neuen Chancen statt Verurteilung“.

Bei aller ausgelassenen Freude der Weltjugendtags-Teilnehmer steht der Besuch des Papstes in Panama auch vor dem Hintergrund politischer Krisen, gerade in Lateinamerika, sei es die aktuelle Lage in Venezuela, der Friedensprozess im benachbarten Kolumbien, Missbrauchs-Fälle in Chile oder der deutliche Kontrast zwischen Arm und Reich und die anhaltende Diskriminierung der indigenden Bevölkerung in Panama. Probleme, auf die auch das deutsche Lateinamerka-Hilfswerk Adveniat beim Weltjugendtag aufmerksam macht. Einige der insgesamt rund 2300 deutschen Teilnehmer haben bereits Projekte von Adveniat besucht – und auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der seit Donnerstag in Panama ist, wird sich vor Ort die Arbeit der Adveniat-Partner anschauen. Schließlich ist er gewissermaßen in dreifacher Mission auf dem Weltjugendtag unterwegs: Als Ruhrbischof, als Adveniat-Bischof – und als Militärbischof für die deutsche Bundeswehr.

Bischof ist in dreifacher Mission unterwegs

Weil Panama kein eigenes Militär hat, sind die katholischen Soldaten, die gemeinsam mit der Gruppe aus dem Ruhrbistum zum Weltjugendtag gefahren sind, in Panama stets in zivil unterwegs – und ohnehin die meiste Zeit mit den jungen Leuten aus dem Ruhrgebiet zusammen. So vereinbarte Overbeck beim gemeinsamen Pizza-Essen am Donnerstagabend für Freitag kurzerhand ein Glaubensgespräche und einen Gottesdienst in ihrer Unterkunft im 30 Kilometer westlich von Panama City gelegenen Chapala – nachdem die eigentlich für die Gruppe vorgesehene Katechese-Kirche viel zu weit entfernt liegt.

Die Essener Bistums-Gruppe hat zudem das große Glück, dass sie – anders als die meisten Weltjugendtags-Pilger – nach den Tagen der Begegnung in der ersten Reisewoche nicht nach Panama City umziehen musste, sondern nun täglich von Chapala mit dem Bus in die Hauptstadt fährt. Dennoch gab es am Montagabend in der Berufsschule des Amigonianer-Ordens ein großes Fest zum Ende der „Tage der Begegnung“ – nachdem die deutsche Gruppe den letzten gemeinsamen Tag gestaltet hatte und den rund 200 lateinamerikanischen Jugendlichen unter dem Motto „Oh wie schön ist Panama“ die Figuren von Kinderbuchautor Janosch vorgestellt und auch das Steigerlied präsentiert hatten.

Am morgigen Samstag machen sich die Teilnehmer aus Chapala dann wie alle Weltjugendtags-Pilger auf den Weg zum „Metro Park“-Gelände am östlichen Stadtrand von Panama City. Dort feiert Papst Franziskus am Samstagabend einen festlichen „Vigil“-Gottesdienst bei Kerzenschein unter freiem Himmel – und am Sonntag die große Abschlussmesse. Dazwischen übernachten die Teilnehmer auf dem offenen Feld. Zumindest kalt dürfte ihnen dort angesichts tropischer Nacht-Temperaturen von aktuell 26 Grad Celsius nicht werden.

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